"Feuersalamander" sind 58. Kinderfeuerwehr - Bericht Schaumburger Zeitung
Deckbergen (mld). Die „Feuersalamander“ heißen sie, die Kinderfeuerwehr Deckbergen, die am Samstag gegründet worden ist. Rund ein Jahr hat es gebraucht vom ersten Schnupperdienst im September 2010 bis zum ersten „richtigen“ Dienst im Oktober desselben Jahres bis zur jetzigen Gründung – doch den neun Kindern, mit denen die Gruppe „Feuersalamander“ jetzt an den Start gegangen ist, war anzumerken, dass sie sich trotz der langen Zeit auf ihre Zukunft bei der Feuerwehr freuen.
„Es hat einfach eine Weile gebraucht, bis wir die Kinder und die Betreuer zusammenhatten“, erläuterte Deckbergens Ortsbrandmeister Ralf Bredemeier. Dennoch waren die „Feuersalamander“ auch schon vor der offiziellen Gruppengründung äußerst rege, hatten beispielsweise schon das Osterfeuer begleitet, waren Pizza- und Nudelessen und haben den Flughafen Hannover besucht, natürlich inklusive Flughafenfeuerwehr. Und viele Aktivitäten, glaubt man Bredemeiers Worten, stehen den Nachwuchs-Brandschützern noch bevor.
Dabei habe er vor 42 Jahren, als die Jugendfeuerwehr Deckbergen gegründet wurde, gar nicht daran gedacht, dass der Ort auch einmal eine Kinderfeuerwehr haben könnte, so Ortsbürgermeister Eckhard Hülm. Doch das gehöre für die aktive Nachwuchsarbeit nun einmal dazu. „Wir müssen uns im stärkeren Konkurrenzkampf sehen“, sagte auch Ortsbrandmeister Bredemeier.
Daran ließ auch Jan Heinemann, stellvertretender Kreisjugendfeuerwehrwart, keinen Zweifel: Die Kinderfeuerwehr sei ein Grundstein für die Nachwuchsgewinnung, um später das aktive Personal der Feuerwehr aufzustocken.
„Und wir wollen dadurch natürlich aktive Jugendarbeit leisten“, so Heinemann. Es gehe darum, den „sozialen Auftrag der Gesellschaft zu erfüllen“, erläuterte Heinemann – und das bedeute nicht nur, die Kinder hinter Fernseher und Computer hervorzulocken, sondern auch, Präventionsarbeit zu leisten. Das sei bei der Kinderfeuerwehr zum Beispiel Brandschutz- und Verkehrserziehung, bei den Jugendlichen dann Aufklärung über Gewalt und Drogen.
Geleitet wird die Gruppe von Miriam Mattern, ihre Stellvertreterin wird Marion Abel sein. Mit ihnen wird sich ein Betreuerteam um die Nachwuchs-Brandschützer kümmern. Die bekommen natürlich noch passende Shirts, gesponsert von der Firma „Jürgen Söffker Bau“.
Die „Feuersalamander“ sind übrigens die inzwischen 58. Kinderfeuerwehrgruppe im Landkreis. Damit ist Schaumburg laut Heinemann Spitzenreiter in Niedersachsen, „die hohe Dichte ist beispiellos“, so Heinemann. In Rinteln, so der stellvertretende Stadtbrandmeister Bernd Entorf, ist es immerhin die zehnte Gruppe von 18 Ortsfeuerwehren – von denen immerhin 17 Jugendfeuerwehrgruppen haben.
Als Starthilfe gab es zudem noch Mittel vom Ortsrat und vom Feuerschutzausschuss, dessen Vorsitzender Reinhold Kölling ebenfalls zur Gründung gekommen war. Die anschließende Verpflegung am Büfett war umsonst – doch Spenden natürlich gern gesehen.
Und die „Feuersalamander“ stellten schon vor ihrer offiziellen Gründung unter Beweis, dass sie zur Nachwuchsförderung beitragen: Ein Junge ist nämlich bereits Mitglied bei der Jugendfeuerwehr.


