Gross

23.06.2004 - Waldbrandübung

 

Großeinsatz bei Waldbrand-Übung

DECKBERGEN (ug). Bei der Schlussbesprechung der Alarmübung auf dem Parkplatz am Inselhaus bedankte sich Ortsbrandmeister Ralf Bredemeier bei den Aktiven für ihren Einsatz nach Feierabend. Er teilte ihnen mit, dass es einen sehr ernsten Hintergrund für den Übungsablauf gebe, denn im vergangenen Sommer, in dem nach über sechswöchiger Gluthitze ständig in den Zeitungen und im Fernsehen vor der Waldbrandgefahr gewarnt worden war, hatten spielende Jungen in einem Fichtenwald oberhalb der Siedlung Bulte ein Lagerfeuer entfacht. Nur dem Zufall, dass ein Einwohner bei einem Spaziergang den Qualm und beim Näherkomen die hochlodernen Flammen entdeckte und sofort das Feuer erstickte, sei es zu verdanken, dass es zu keiner Katastrophe gekommen war.

Die Übungslage sah vor, dass durch ein schnell um sich greifendes Feuer im Wald nahe gelegene Wohnhäuser und ein Blockhaus bedroht waren. Nach der Alarmordnung für diesen Bereich rückten die Stützpunktwehr Deckbergen und die Ortswehr Steinbergen zur Brandbekämpfung aus. Da es in unmittelbarer Waldnähe keine Hydranten gibt, mussten die Aktiven zwei Schlauchleitungen von der Straße Auf der Bulte und vom Inselhaus verlegen, was aufgrund der guten Ausbildung der Kameraden schnell gelang. Schon nach wenigen Minuten hieß es "Wasser marsch!" Einsatzleiter Ralf Bredemeier alarmierte wegen der rasanten Ausbreitung des Waldbrandes zusätzlich die Ortswehren Westendorf, Ahe und Engern, die von einem anderen, weit entfernten Hydranten in der Osterburgstraße über die Straße Auf der Bulte und Tannenstiege eine Schlauchleitung verlegten und aus mehreren Rohren in die Flammen hielten.

Als Offizieller war Rintelns Stadtbrandmeister Helmut Meier am Übungsort. Mit Interesse beobachteten Ortsbürgermeister Eckhard Hülm und etliche in der Nähe wohnende Einwohner die Feuerwehrleute.

Insgesamt waren über sechzig Kameradinnen und Kameraden mit acht Fahrzeugen im Einsatz, die über tausend Meter B- und C-Schlauchleitungen verlegten und den Waldbrand aus elf Rohren bekämpften. Als Zwischenpumpen waren Tanklöschfahrzeuge eingesetzt. Wegen angenommener Qualmentwicklungen hatten mehrere Trupps ihre Atemschutzgeräte angelegt.

Von den Rintelner Stadtwerken waren der Technische Leiter Thomas Sewald, die Wassermeister Reinhold Kölling und Axel Reineking und der für die elektronische Steuerung zuständige Fachmann Sven Schaper anwesend, die während der Übung die Druckverhältnisse beobachteten. Sie waren ebenso wie der Einsatzleiter und die Chefs der Ortsfeuerwehren grundsätzlich mit dem Wasserdruck zufrieden, der aufgrund der Fertigstellung des neuen Hochbehälters wesentlich besser als vorher war. Eine weitere Verbesserung wollen die Stadtwerke durch den Einbau einer Saugleitung zur Direktabnahme aus dem Hochbehälter vornehmen. Das bringe, so Thomas Sewald, bei den großen Höhenunterschieden in Verbindung mit zusätzlichen Zwischenpumpen noch mehr Kapazität, die gerade wegen des hohen Wasserbedarfs bei Waldbränden und hier besonders bei den großen Höhenunterschieden von Vorteil ist. Foto: ug

(Bericht: Schaumburger Wochenblatt, 23.06.2004)

 

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