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11.07.2002 - Holländer auf Abwegen

Donnerstag, 11. Juli 2002

Geländewagen hängt in Böschung fest

Holländer auf Abwegen / Nächtliche Bergungsaktion im Schaumburger Wald

Schaumburg (tol). Nächtliche Schwerstarbeit leisteten die Feuerwehren aus Schaumburg und Deckbergen sowie die Besatzung des Rüstwagens aus Rinteln. Auf dem Rundweg zur Schaumburg war ein Geländewagen die Böschung hinab gerutscht.

Nach den ersten Ermittlungen der Polizei hat sich der Unfall wie folgt abgespielt: Ein Pärchen, ein 27-Jähriger und eine 25-Jährige aus den Niederlanden, ist mit seinem Geländewagen unterwegs in Norddeutschland. Sie waren im Harz und wollten auf der Rückfahrt noch einen Abstecher zur Schaumburg machen. Dass sie sich nach den falschen Schildern orientieren, bemerkten die beiden Touristen viel zu spät.
Von der Straße lenkten sie ihren schwarzen Toyota auf den Rundweg zur Schaumburg. Dass dieser eigentlich nur für Wanderer, also Fußgänger, gedacht ist, hätte das Paar aufgrund der Wegbeschaffenheit eigentlich merken müssen, meinte später die Polizei. Der bewachsene Waldweg wird schließlich am Ende immer schmaler, und nach weniger als einem Kilometer macht ein Zaun die Weiterfahrt unmöglich.
Statt die gleiche Strecke rückwärts zurück zu fahren, ent-schloss sich der 27-jährige Holländer, sein tonnenschweres Gefährt auf dem Weg zu wenden,

  Rundweg1 G

Nächtliches Pech: Dieser holländische Geländewagen rutschte die Böschung hinab        Foto: tol

der kaum breiter ist als sein Fahrzeug. Erschwerend kam hinzu, dass die Reifen des Geländewagens nur ein normales Straßenprofil haben. Wie der Mann es dann doch geschafft hat, bleibt selbst den Feuerwehrleuten eine Rätsel.
Dann passierte es doch: Der Wagen rutschte die Böschung hinab. Wieder hatten die Niederländer Glück: Das Fahrzeug blieb

auf der schiefen Ebene stehen, ohne sich zu überschlagen. In Panik wagten die beiden Insassen zunächst gar nicht auszusteigen.
Dann alarmierten sie Anwohner, die halfen, mit Seilen das Fahrzeug gegen weiteres Abrutschen zu sichern. Um 23 Uhr waren die ersten Feuerwehrleute zur Stelle, trugen zunächst ein Notstromaggregat und Schein

werfer auf den Weg. Dann wurde der Geländewagen mit Drahtseilen gesichert, bis der Rüstwagen aus Rinteln mit Spezialwerkzeug eintraf.
Mit der Seilwinde eines Unimogs und zwei Feuerwehrfahrzeugen wurde der Havarist schließlich eine Dreiviertelstunde nach Mitternacht die Böschung hoch zurück auf den Weg gezogen.