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Rinteln (who). 200 neue Einsatz-Schutzjacken will Stadtbrandmeister Helmut Meier jetzt bestellen, nachdem sich die Rintelner Feuerwehrführung auf eine Ausführung geeinigt hat.
© Schaumburger Zeitung, 14.12.2001
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Die Europäische Kommission in Brüssel schreibt einheitliche Einsatz-Schutzjacken für die Feuerwehren vor. Die Europa-Norm 469 bezeichnet die Ausstattung und das Brennverhalten des Materials mit einer geforderten Hitzebeständigkeit des Materials bei Beflammung zwischen 230 bis 270 Grad Celsius. EN 471 regelt die möglichen Farben, die Zündstoff für Diskussionen unter den Feuerwehrleuten waren. Verschiedene Fabrikate ähnlicher Fabrikation erfüllen diese Auflagen. Zum größeren Teil wird ein modernes Material im Mehrschichtaufbau mit Membran zur Feuchtigkeitsabsorbierung verwandt. Das Hitze beständige Gewebe des Obermaterials darf entweder ein Laminat oder Baumwollgewebe sein. Die Fülle der Variationsmöglichkeiten bereitete Meier und seiner Auswahlkommission die Qual der Wahl. Nur eins stand fest: "Bestellt wird auf jeden Fall in leuchtendem Orange". Das war die Vorgabe aus dem Niedersächsischen Innenministerium in Hannover. Damit hatte zuvor Innenminister Heiner Bartling der Aufregung im niedersächsischen Feuerwehrvolk bei der Diskussion um die Farbe der Jacken und ein Ende gesetzt. Gegen Orange, so war von der Rintelner Feuerwehrführung zu hören, spreche unter anderem, dass in diesem Falle die neue Jacke bereits nach dem ersten Einsatz häufig so verschmutzt sei, dass sie in die Reinigung müsse. Je häufiger aber gereinigt werden müsse, je mehr leide auch das Material. Außerdem sei eine Kontaminierung beim Einsatz mit gefährlichen Substanzen auf dunklem Untergrund besser zu erkennen als auf Orange. Gerne hätten deshalb auch die Rintelner die neuen Jacken in dunkelblau geordert, wie sie die Werksfeuerwehr Lebenshilfe trägt und nicht zuletzt deshalb, "weil sie auch besser aussehen." Vor allem die Berufs- und Werksfeuerwehren bevorzugten bislang die fast schwarze Jacke mit den grellen gelben Reflektorstreifen, bestätigte Ernst Müller von der Firma Murer in Greene, der das Angebot seiner Firma in Rintelner Gerätehaus präsentierte. Eindeutig "pro Orange" ist die Haltung im Referat 35 für Feuerschutz des Innenministeriums in Hannover, legte Referatsleiter Dieter-Georg Runge am Telefon beim Anruf unserer Zeitung dar. Lange und gründlich habe man das Für und Wider abgewägt. Unter dem Strich habe letztendlich Orange die meisten Punkte gemacht, nicht zuletzt weil die meisten Feuerwehreinsätze tagsüber und auf der Straße im Verkehr statt fänden. Dunkle Schutzkleidung müsse deshalb mit Reflektorstreifen ausgerüstet werden. Das führe zu weit gehender "Versiegelung" des atmungsaktiven Materials. Da Kontaminierung meist auch mit Verschmutzung zusammen gehe, so Runge weiter, biete Orange auf jeden Fall die größere Sicherheit. Die dunkle Einsatzkleidung, so war aus Fachkreisen zu hören, sei überhaupt erst aufgekommen, weil das verwendete Gewebe "Aramid" mit den zunächst zur Verfügung stehenden Mitteln nicht orange oder in einer anderen hellen Farbe gefärbt werden konnte. Deshalb seien die ersten Serienproduktionen in dunkelblau an die Feuerwehren ausgeliefert worden. Wolfgang Kunze in der Pressestelle in Berlin, erläuterte, die Hauptstadt-Feuerwehr fahre zweigleisig: Die Brandbekämpfer seien mit dunkler Kleidung mit gelben Reflektoren ausgestattet und die Rettungsdienste mit Einsatzkleidung in Orange. Der Vorteil: damit sei von vorn herein eine klare Trennung möglich. Kein Feuerwehrmann könne so direkt aus dem Brandeinsatz und mit kontaminierter Kleidung in den Rettungswagen einsteigen und Verschmutzung einbringen. Für viele Wehren, so auch für die Rintelner drängt, muss doch noch schleunigst vor Jahresende bestellt werden, wenn die Gelder noch für dieses Jahr fließen sollen. Mit ihrer Entscheidung für ein Modell hat sich die Rintelner Feuerwehr festgelegt. Allerdings sollen noch Angebote weiterer Anbieter eingeholt werden. Zwischen 360 und 450 Mark kosten die unterschiedlichen Ausführungen. Für die Rintelner, so Stadtbrandmeister Helmut Meier, gebe aber der Tragekomfort den Ausschlag. Den Kaufpreis muss die Stadt Rinteln nicht aus eigenem Säckel aufbringen. Der Landkreis zahlt pro Stück 300 Mark dazu aus Mitteln der Feuerschutzsteuer, die seit einigen Jahren einbehalten worden sind.
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